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Gedanken zur Fastenzeit: Vom Dunkel ins Licht kommen und voller Freude Ostern feiern

 

In diesem Jahr treten wir erst sehr spät mit dem Aschermittwoch am 1. März ein in die österliche Bußzeit, auch Fastenzeit genannt. Ostern feiern wir in diesem Jahr erst am Sonntag, dem 16. April, der späteste Termin für Ostern nach unserem gregorianischen Kalender. Auch dürfen wir in diesem Jahr das höchste Fest der Christenheit zusammen mit unseren Schwestern und Brüdern der Orthodoxen und Orientalischen Kirchen feiern.

 

Zu einem Geistlichen Weg auf Ostern hin lädt uns die Kirche in dieser Zeit ein. Auf diesem Weg sind wir alle zur Umkehr gerufen. Wir sollen in dieser Zeit die Gemeinschaft mit unserem Herrn Jesus Christus vertiefen, dem wir seit unserer Taufe angehören. Die österliche Bußzeit ist eine große Einladung an uns, auf unser gesamtes Leben zu schauen, nachzudenken und dem Leben eine neue Richtung zu geben, wenn wir auf unsere Beziehung zu Gott und den Menschen schauen. Möglicherweise gibt es durch das Hören auf Gottes Wort neue Impulse, wie ich als Christ in seinen Spuren gehen und so die Frohe Botschaft der Liebe Gottes zu den Menschen weitergeben kann.

 

Im Evangelium des Aschermittwochs (Mt. 6,1-6.16-18) werden drei gute Werke genannt, die die gläubigen Juden erfüllen sollten: Almosen geben, Beten und Fasten. Dies sind Haltungen, die auch noch in unserer Zeit von vielen Christen gelebt werden, besonders in der Fastenzeit. Doch wichtig ist dabei, so sagt Jesus, dass man sein Tun nicht an die große Glocke hängt. Es soll aus dem Inneren, aus dem Herzen kommen. Die guten Werke soll man nicht nach außen tragen, damit man dafür von anderen gelobt und bewundert wird, sondern sie sollen geschehen aus Liebe zu den Menschen und zu Gott. Dreimal wird betont: Dein Vater im Himmel, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

Die 40-tägige Vorbereitungszeit auf Ostern hat auch viel damit zu tun, dass ich auf mich und mein Inneres schaue. Gewissenserforschung betreiben bedeutet: versuchen, das besser zu machen, was ich falsch gemacht habe, wo ich gesündigt habe, aber auch dankbar auf das zu schauen, was in meinem Leben gelingt.

 

Ein Bild aus dem Evangelium des Aschermittwochs hat mich besonders angesprochen, wenn es um das Nach-Innen-Gehen geht: Zum Beten, also um mit Gott zu sprechen, soll man in die eigne Kammer gehen und sie sogar zuschließen, also ganz bei sich und mit Gott sein und sich durch nichts von außen stören lassen. Im Gespräch mit Gott kann ich auf eine Entdeckungsreise gehen und nachdenken, was Gott mit mir und meinem Leben vorhat. Dann kann neues Leben erwachsen, zum Beispiel: In der Beziehung mit Menschen, wenn ich mich nach einem Streit versöhne. Auch können neue Wege im Miteinander geöffnet werden, wenn ich zu Unwahrheiten stehe. Im Gebet, im Gespräch mit Gott kann ich Stärkung und Hoffnung für mein Leben erfahren, gerade auch dann, wenn ich mich allein und unverstanden fühle.

 

Die österliche Bußzeit will uns bewusst machen, dass ich immer wieder neu anfangen kann. Diese Zeit lädt ein, das sehr ernst zu nehmen. Diese 40 Tage geben die Möglichkeit, mein Leben und meinen Glauben, meine Beziehung zu Gott und den Mitmenschen neu in den Blick zu nehmen und zu gestalten. Dann kann ich erahnen, was es heißt, vom Dunkel ins Licht zu kommen und so voller Freude Ostern feiern.

 

Ihr Helmut Michels, Pastoralreferent

Kur- & Urlauberseelsorger in St. Stephanus Dahme und Krankenhausseelsorger in den Kliniken Neustadts